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Pressestimmen:

Woodstockfestival Kostryzn Polen August 2008-12-06
Steel String beim International Woodstock Festival, 02. August 2008, Kostrzyn, Polen

Das International Woodstock Festival ist eines der größten Open Air-Festival Europas. In Kostrzyn, Polen, nicht weit von Frankfurt an der Oder, kommen jährlich im August rund 350.000 tausend Menschen zusammen und feiern drei Tage lang gute Musik und sich selbst. Der Eintritt ist frei, die Atmosphäre ausgesprochen entspannt. Im Rahmen des Festivals gibt es ein besonderes Areal, das Little India Village. Unter Federführung polnischer Hare Krishnas wird in Little India ein buntes Musik- und Kulturprogramm geboten, das von spirituellen Gesängen über Worldmusic bis hin zu Punk geht. Das Publikum setzt sich aus Alt- und Junghippies, Krishnas, Reggaefans und Rockern zusammen.

Der diesjährige Reggae Act auf der Bühne des Little India Village war Steel String, eine international besetzte Band aus Deutschland. Das Steel String nach Kostrzyn verpflichtet werden würde, lag eigentlich auf der Hand. Denn die Musiker der durchstartenden Band leben eine indische Spiritualität, die sich in ihrer Musik – feinster Reggae in der Tradition der späten 1970er Jahre – textlich und kompositorisch niederschlägt. Es wird mit heiligen Zahlenkombinationen, Ursilben und harmonischen Melodiebögen gearbeitet.

Im Zentrum von Steel String stehen der Sänger Uno Jahma sowie die technisch hervorragenden Gitarristen und Background-Sänger Christian Minor und Maxim Joker. Mit diesen drei Musikern bietet Steel String ein Potential, wie es bei deutschen Reggaebands selten zu finden ist. Alle drei Verfügungen über eine solide musikalische Ausbildung, sie haben das intellektuelle Format, sich mit Reggae, Rasta und asiatischer Spiritualität ernsthaft auseinanderzusetzen und – sie rocken, was das Zeug hält! Verfügen über ein exzellentes Songwriting und Arranging!

Mit sieben Musikern – Keyboards, Drums, Bass, Percussion und die erwähnten drei – spielte Steel String eine Reggaeshow, die beim Publikum phasenweise eine an Tokio Hotel erinnernde Ekstase weckte. Über eineinhalb Stunden hinweg sangen und tanzten die 2000 unmittelbar vor der Bühne versammelten Menschen voller Begeisterung. Einige Mädchen entblößten sich auf eine Weise, die man eher von Teeniekonzerten kennt. Sänger Uno Jahma, eine charismatische Mischung aus Bryan Adams und David Hinds, animierte das Publikum souverän. Und die Gitarristen beeindruckten mit sauber gesetzten Riffs, Soli und Background Vocals. Es wurde deutlich: Hier ist sich eine junge Band ihrer Qualität und ihres Potentials bewusst. Locker sympathisch wurde über die ein oder andere musikalische Schwäche hinweggespielt, die sich aus Umbesetzungen in der letzten Zeit ergab. Es folgte Kick auf Kick.

Das Programm von Steel String setzt sich aus ruhig groovenden und Up Tempo-Nummern zusammen, immer abwechslungsreich komponiert, mit großem Sinn für Nuancen und Unterhaltungswert. Das große Pfund der Sieben ist die Kombination von zeitlosem, internationalem Songwriting („Makeda“, „Music“) und das hohe technische Niveau. Mit diesen Features unterscheidet sich Steel String von den meisten Reggaebands Deutschlands. Vor kurzem erschien das Debut-Album „To The Root“. Mit dieser Produktion wird sich Steel String noch nicht an die Spitze der deutschen Reggaeszene setzen, das Produktionsbudget war begrenzt. Aber es ist deutlich, dass die Band bereits die Startlöcher verlassen hat und zwar mit besonders großem Schub.

(Felix Walrabenstein)